Fragen

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Fragen an die Schulratskandidatinnen Frau Caduff und Frau Pinchera, gestellt von Rahel Wallimann 

Bonaduz verfügt über ein schulergänzendes Betreuungsangebot während des Jahres, jedoch nicht während der Ferien. Für berufstätige Eltern ist dies vor allem in den langen Sommerferien eine grosse Herausforderung. Wie beurteilen sie die Realisierung eines Ferienbetreuungsangebots?

Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium, den Gemeindevorstand und die Baukommission, gestellt von Patrik Tester

Fragen an die Kandidaten für das Gemeindepräsidium
1. In vielen Gemeinden hat in den letzten Jahrzehnten / Jahren die Teilnahme der Bevölkerung an Gemeindeversammlungen stark abgenommen. Aus diesem Grund stehen in diversen Gemeinden alternative Modelle zur Gemeindeversammlung zur Diskussion.
1a. Wie schätzen sie die Lage in Bonaduz ein?
1b. Befürworten sie alternative Modelle zur Gemeindeversammlung? Wie könnte Ihrer Meinung ein solches Modell für Bonaduz aussehen?


Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium, den Gemeindevorstand und die Baukommission
2. Bei Industriebetrieben in Bonaduz wurden in den letzten Jahren oberirdisch zusätzliche Parkplätze geschaffen.
2a. Wie stehen Sie solch einer Entwicklung gegenüber?
2b. Gibt es Möglichkeiten, dass die Gemeinde Firmen beim Bau einer mehrstöckigen Parkierungsanlage (z. Bsp. Einstellhallen) unterstützt?

3. Das Bahnhof-Areal besitzt meiner Meinung ein grosses Entwicklungspotential. Wenn das Areal vom Durchgangsverkehr befreit wäre, würde im Dorfzentrum ein grosses Gebiet für eine sinnvolle Entwicklung an bester Lage entstehen. Auch könnten beim Bahnhof gefährliche Situationen zwischen Fussgänger (z. Bsp. Kinder) und Durchgangsverkehr entschärft werden. Wie sieht ihre Vision fürs Bahnhof-Areal aus?

4. Die Gemeine Bonaduz besitzt das Label „Energiestadt“. Am 7. November 2022 wurde auf dem gesamten Gemeindegebiet eine Planungszone erlassen. Verhindert / Bremst die Planungszone eine nachhaltige Entwicklung im Sinne des Labels (z. Bsp. Ersatz Ölheizung durch Wärmepumpe, Bau neuer Photovoltaikanlagen auf Dächern, etc.)? Wie ist Ihre Meinung dazu? Was unternehmen Sie um eine nachhaltige Entwicklung auf dem Gemeindegebiet voranzutreiben?


5. Kommunales Räumliches Leitbild (KRL) vom 26. Oktober 2020 / Gebiete mit punktueller Weiterentwicklung:
5a. Im KRL wurden gesamte Gebiete, Zonen mit punktueller Weiterentwicklung zugeordnet. Teilweise gibt es innerhalb der Zonen Parzellen, in welchen eine höhere Ausnutzung gem. Vorgabe KRL nicht oder nicht sinnvoll möglich ist. Wäre es Ihrer Meinung nicht sinnvoller einzelne Parzellen (inner- und ausserhalb der Zonen mit punktueller Weiterentwicklung) weiterzuentwickeln?
5b. Sehr viele Gebiete in Bonaduz befinden sich in Bahnhofsnähe (max. 5 – 10 Minuten von Bahnhof entfernt). Sollen Ihrer Meinung sämtliche Gebiete auf dem Gemeindegebiet weiterentwickelt bzw. verdichtet werden oder genügt die Verdichtung in einzelnen Gebieten / Parzellen?

Antworten von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
1. Die Verfassung sieht derzeit auf Gemeindeebene die Gemeindeversammlung oder ein Parlament vor. In Graubünden verfügen ca. 16% der Gemeinden über ein Parlament. Im Grundsatz wählen grosse Gemeinden eher ein Parlament und kleine Gemeinden arbeiten in der Legislative mit der Gemeindeversammlung. Parlamente auf Gemeindeebene stehen auch einigen Schwierigkeiten gegenüber, wie genügend Kandidaten zu finden, viele Rücktritte während der Legislatur, sachliche Überforderung, ungenügende Kontrolle der Exekutive durch das Parlament, übermässige Politisierung der lokalen Politik.
Meiner Meinung nach ist die politische Mitwirkung in Bonaduz gut. Die Einwohnerinnen/er zeigen sich mehrheitlich interessiert am politischen Geschehen. Je nach Geschäft bzw. Themenfeld ist die Teilnahme an den Gemeindeversammlungen gross. Bei der Revision des Baugesetzes (Kernzone) waren es ca. 600 und ca. 500 an den zwei Versammlungen. In Bonaduz leben ca. 2500 Stimmberechtigte. Der grosse Vorteil der Gemeindeversammlung sehe ich in der Fachkompetenz des Gremiums. Jeder einzelne Stimmbürger kann sein persönliches Fachwissen an die Versammlung einbringen. Kumuliert auf 200 Teilnehmer ergibt dies eine hohe Entscheidungskompetenz. Bei der Ablehnung des Budgetantrags zum Parkierungskonzept konnte man die Kompetenz des Gremiums spüren und die korrigierende Wirkung erleben. Deshalb finde ich, dass die Gemeindeversammlung derzeit für Bonaduz die richtige Wahl ist.
Mit der Digitalisierung und der Einführung des E-Votings stehen uns in Zukunft ganz neue Möglichkeiten offen. Ich glaube, dass es in naher Zukunft möglich sein wird eine Gemeindeversammlung, nebst der physischen Präsenz der Stimmbürger, auch über eine digitale Teilnahme abzuhalten. Dies in der Annahme, dass die Beteiligung an die Gemeindeversammlungen durchschnittlich deutlich höher sein wird.

2. – 5. Der Gemeindevorstand hat 2022 mit der Gesamtrevision der Raumplanung, welche gesetzlich bis Ende 2023 umzusetzen ist, begonnen. Sie sehen das richtig. Das Verdichtungsprinzip betrifft nicht nur den Wohnbereich sondern auch das Gewerbe und das zur Verfügung stehende Gewerbeland. Die durch den Vorstand erarbeitete Vorlage liegt derzeit beim Kanton zur Vorprüfung. Im Anschluss an die Vorprüfung wird die Vorlage in die öffentliche Mitwirkung (ca. 2. Quartal 2023) geschickt. Die öffentliche Mitwirkung erlaubt es jedem/er Bürger/in sich zur Vorlage zu äussern und Änderungsanträge zu stellen. Im Gesamtbericht werden auch die Punkte zu Ihren Fragen thematisiert.
Der Gemeindevorstand hat das Areal um den Bahnhof speziell innerhalb des KRL behandelt. Wir sind zum Schluss gekommen, dass Bonaduz nicht mehr als ein Dorfzentrum verträgt. Dieses befindet sich historisch bzw. praktisch gesehen beim Dorfplatz. Trotzdem möchte der Gemeindevorstand das Bahnhofsareal weiterentwickeln. Dazu haben wir im Rahmen des Agglomerationsprogramms 4 des Bundes auch zwei Vorprojekte eingereicht, welche ins Programm aufgenommen wurden. Die Weiterentwicklung des Bahnhofareals sollte bis 2028 umgesetzt sein. Für nähere Auskünfte stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Das Thema Energie beschäftigt nicht nur den Gemeindevorstand. In naher Zukunft werden wir alle, im Sinne der demokratischen Zweckgemeinschaft, unseren Beitrag leisten müssen. Einfache politische Absichtserklärungen werden bei weitem nicht mehr genügen. Beim Heizen stellen wir in Bonaduz bereits heute ein Umdenken fest. Die vielen Baueingaben für Wärmepumpen sind ein klares Zeichen. Persönlich sehe ich beim Wasserverbrauch grosses Potential. Heute wird das gesamte Meteorwasser, welches über die Hausdächer gesammelt wird, über die Kanalisation bzw. über die Bodenversickerung abgeleitet. Das koordinierte sammeln des Meteorwassers und die gezielte Nutzung im Wohn- und Gewerbebereich, würde den Trinkwasserverbrauch merklich reduzieren. Wir sollten zusammen mit dem Gewerbe, den Architekten, den Investoren und den Bauherren nachhaltige Lösungen im Bereich des Meteorwassers erarbeiten. Wäre ein schönes Ziel für Bonaduz.

Antworten von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
1. Ich finde die Gemeindeversammlung nach wie vor ein sehr gutes Instrument, vor allem bei Gesetzesrevisionen ist der Meinungsaustausch eine gute, wichtige Möglichkeit für alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Ebenfalls können Initiativen mit 150 Unterschriften an der Gemeindeversammlung traktandiert, diskutiert und darüber abgestimmt werden. Zusätzlich besteht ein Referendumsrecht für Beschlüsse der Gemeindeversammlung, welche dann nochmals an der Urne abgestimmt werden müssen.
Für Wahlen, Geschäfte über 1 Mio. Franken, Referenden haben wir die Urnengemeinde, dieser Mix ist für mich im Moment in Ordnung. Das E-Voting, falls es dann auch irgendwann eingeführt wird, bringt hier sicher auch Erleichterungen für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.
2a. Bei neuen Industriebetrieben oder Erweiterungen bestehender Industriebetriebe ist aus meiner Sicht die unterirdische Parkierung anzustreben. Wünschenswert wäre ein Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder z.B. das E-Bike. Und genau in diesen Bereichen sollte die Gemeinde unterstützen.
2b. Die öffentliche Hand ist gem. aktueller Gesetzgebung nicht dafür zuständig.
3. Die Neugestaltung des Bahnhofplatz und der Verkehrsführung beim Bahnhofareals ist in Planung. Ein wichtiger Aspekt aus meiner Sicht ist die Verkehrsführung. Der Langsamverkehr (Fuss- und Veloverkehr) muss besser und sicherer gelenkt werden.
4. Die Planungszone hat keinen Einfluss auf den Umbau der Heizung in neue, alternative Heizformen, somit wird hier seitens der Gemeinde nicht gebremst. Die Gemeinde fördert bereits jetzt mit finanzieller Unterstützung den Umbau in nachhaltige Heizformen.
5a. In der Teilrevision Dorfkern wurde im Juni 2022 an der Gemeindeversammlung über den neuen Zonenplan im Dorfkern abgestimmt. Der Zonenplan im übrigen Siedlungsgebiet wird aktuell in der Teilrevision Ortsplanung behandelt. Eine Mitwirkung der Bevölkerung ist möglich. Aufzonungen in Teilgebieten sind geplant. Eine andere Möglichkeit ist zusätzlich die Arealplanung, welche Optimierungen in der Dichte für die im Arealplan (ehemals Quartierplanverfahren) ausgeschiedenen Parzellen möglich machen.
5b. Wie ich bereits erwähnt habe, wurde im Juni 2022 an der Gemeindeversammlung über den neuen Zonenplan im Dorfkern abgestimmt. In der Teilrevision Ortsplanung wird genau dieses Thema ausserhalb des Dorfkerns bearbeitet. Hier sind Forderungen des RPG, Aufzonungen in geeigneten Gebieten durchzuführen. Meiner Meinung nach müssen ausserhalb des Dorfkerns nicht zwingend alle Gebiete verdichtet und aufgezont werden.

Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium, gestellt von Heinrich Mannhart

Fragen:
1.
Wie stehen Sie zum Projekt «Neugestaltung Dorfplatz»!

a) Ist das der richtige Standort für einen neuen Dorfplatz mit Tiefgaragen und Schutzplätzen?
b) Könnten auch andere, geeignetere Standorte für dieses Projekt in Frage kommen?
c) Mit dem vorliegenden Projekt müsste die sehr schöne, wertvolle und alte Linde geopfert werden, können Sie diesem Projekt so zustimmen?

2. Wenn Sie als Gemeindepräsident am 16.Juni gewählt werden
a) Bleibt die Gemeindeführung unverändert, wie bis anhin?
b) Wird ein Geschäftsführungsmodel geplant und eingeführt?
c) Werden Gespräche betreffend Zusammenarbeit, Fusion mit Nachbargemeinden geführt?

3. Wasserbeschaffung
Die Gemeinde Bonaduz hat nicht genügend eigenes Quell-Wasser. Einige Bohrversuche für Grundwasser auf Bonaduzer-Standorten haben noch keine positiven Ergebnisse gebracht.
– Würden Sie Gespräche mit anderen Gemeinden (Rhäzüns, Tamins) betreffend gemeinsame Lösungen / Wasserverbund unterstützen?

Antworten von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
1. a) Nein, der Dorfplatz wurde vor 15 Jahren für über 1 Mio Franken erneuert. Das Fällen der 4 Bäume kommt für mich auch nicht in Frage. Aus meiner Sicht müssen dringend andere Standorte geprüft werden, zum Beispiel bei der alten Turnhalle und Kindergarten. Beide Gebäude sind wärmetechnisch und baulich massiv sanierungsbedürftig. Hier könnte ein neues multifunktionales Gebäude entstehen mit Schul- und Kindergartenräumen, einer neuen, modernen Tagesstruktur, Spielgruppenräume, Räume für die Musikschule, Büro für die Schulsozialarbeiterin, ev. einer neuen Kita usw. und im Untergeschoss die Tiefgarage für die Anlässe in der neuen Turnhalle und den Dorfplatz mit den benötigten Schutzräumen.
1. b) Ja, ev. wie oben erwähnt oder ev. beim Gemeindehaus beim alten Stall oder in der Gegend um das Pfarrerhaus inkl. Kirchstrasse.
1. c) Nein, auf keinen Fall! Es wird behauptet, dass die Tiefgarage unter der Linde gebaut werden kann, aber da bin ich mehr als skeptisch, dass dies funktionieren soll. Und wenn es so gebaut wird, wird es massive Kosten auslösen.

2. a) Im letzten Oktober wurde an der Gemeindeversammlung über die Amtszeiten abgestimmt. Ich hatte mich im Gemeindevorstand für ein Geschäftsleitungsmodell stark gemacht, leider konnte ich keine Mehrheiten finden.
2. b) Dies würde ich, falls ich gewählt würde, mit dem neu zusammengesetzten Gemeindevorstand auf jeden Fall wieder überprüfen.
2. c) Meiner Meinung nach muss dieses Thema unbedingt wieder geprüft werden. Was spricht gegen Abklärungen zum Beispiel mit Rhäzüns? Mit Rhäzüns arbeiten wir heute schon in verschiedenen Bereichen sehr gut zusammen. Und zudem werden Fusionen vom Kanton grosszügig unterstützt.

3.  Ja, auf jeden Fall.

Antworten von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
1. Ich sehe im Projekt Dorfplatz eine einmalige Chance für Bonaduz. Zu Beginn stand ein Konzept seitens Vertreter des Coop und einige anliegende Grundeigentümer. Es ging mitunter auch um die Erweiterung des Coop am derzeitigen Standort. Die bautechnischen Abklärungen ergaben, dass eine zweckmässige bzw. vertretbare Verkehrserschliessung sehr herausfordernd werden würde. Der Gemeindevorstand sah im damaligen Konzept die grosse Chance öffentliche Interessen mit einzubeziehen. Das Projekt Dorfplatz ermöglicht es der Gemeinde unterhalb des Dorfplatzes eine Tiefgarage zu erstellen, wo der öffentliche Bedarf und der Zusatzbedarf für den grösseren Coop gedeckt werden kann. In Bonaduz fehlen mittelfristig ca. 600 gesetzlich geforderte Schutzplätze. Diese könnten mit dem Bau der Tiefgarage kombiniert erstellt werden. Folglich könnte der Dorfplatz vom Individualverkehr befreit und als Grün-, Begegnungs- und Veranstaltungsplatz genutzt werden. Beim Schulhaus Platz könnte der Pausenplatz erweitert und den heutigen Anforderungen angepasst werden. Der Platz könnte weiter mit Einbezug der Bibliothek auch kulturell stark aufgewertet werden. JA, es ist der richtige Standort. Der Gemeindevorstand hat in Sachen Erhalt der Dorflinde gut zugehört und alles daran gesetzt Lösungen zu finden. Gemäss derzeitigem Planungsstand ist es technisch möglich, die Tiefgarage zu bauen ohne den Lebensraum (Ober- und Unterirdisch) der Linde miteinbeziehen zu müssen. Bonaduz ist in der glücklichen Lage über einen zentralen Dorfplatz zu verfügen. Eine solche Ausgangslage würden sich viele Gemeinden wünschen. Historisch ist der Dorfplatz das Zentrum des Dorfs und sollte es auch bleiben. Derzeit sehe ich keine geeigneteren Standorte. Ich bin auch überzeugt, dass Bonaduz finanziell nicht mehr als ein Dorfzentrum tragen kann.

2. Der Souverän von Bonaduz hat vor einigen Jahren darüber abgestimmt, ob man das Geschäftsleitungsmodell in Bonaduz einführen will. Der Antrag wurde damals abgelehnt. Die Gemeindeverfassung von Bonaduz sieht derzeit das Departementalsystem vor. Das wird sich auch nicht am 01.01.2024, mit dem Amtsantritt des neu gewählten Vorstands, ändern. Derzeit ist eine Überprüfung des Systems auf Stufe des Gemeindevorstands nicht vorgesehen. Persönlich bin ich vom Departementalsystem überzeugt. Natürlich muss eine Gemeinde nach ökonomischen Grundsätzen, mit klaren Strukturen und finanzbezogener kurz- sowie langfristiger Planung aufgestellt sein. Als öffentliche Organisation ist eine Gemeinde, aus gesellschaftlicher Sicht, noch weitaus mehr und demnach auch komplexer. Im Geschäftsleitungsmodell würde der Gemeindevorstand an den politischen Rand gedrängt. Der Gemeindepräsident/in, würde demzufolge eine grosse Machtfülle erhalten. Das Risiko eines Machtmissbrauchs würde steigen. Der Gemeindevorstand/Präsident/in sind im Departementalsystem am Puls des Geschehens, durch den Kontakt mit der Bevölkerung präsent und informiert. Ein demokratisches, liberales System braucht überschaubare Machtverhältnisse und eine lebende wie auch kritische, politische Auseinandersetzung.

Derzeit laufen auf Vorstandsebene keine Gespräche mit anderen Gemeinden, was mögliche Zusammenschlüsse betrifft. Die Frage des politischen Zusammengehens mit Nachbarsgemeinden ist generell sehr brisant. Meiner Meinung nach sollte ein solches Vorhaben aus der Bevölkerung kommen. Dies wäre über einen Antrag/Auftrag anlässlich einer Gemeindeversammlung, mittelts Petition oder Initiative denkbar. Die jüngere Bonaduzer Geschichte hat gezeigt, was passieren kann, wenn der Gemeindevorstand grundlegende Fragen, mit solcher Tragweite, von sich aus in die politische Waagschale legt. Ich frage mich, welche Vorteile Bonaduz mit einem Zusammenschluss derzeit bzw. langfristig hätte.

3. Das Thema der Wasserversorgung in Bonaduz hat schon viele Exekutiven in verschiedenen Legislaturen beschäftigt. Der Gemeindevorstand hat in der letzten Legislatur eine Wasserstrategie erarbeitet. Ziel ist es auf dem Gemeindegebiet eigenes Wasser zu fördern. In Sachen Grundwasser ist noch nicht alles vergeben. Die Strategie sieht aber auch vor, sollten wir keine neuen Wasserressourcen erschliessen können, politisch regionale Verbundlösungen anzustreben.

Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium, gestellt von Heinz Lorenz

Einleitung:
So lange der Verkehr mit 50–70 km/h durchs Dorf brettert, ist es wohl obsolet, den Dorfplatz neu zu gestalten. Die Westseite des Dorfes kommt ja kaum über die Kantonsstrasse …
Fragen:
1. Sind Sie bereit, die bereits ausgeschiedenen 30er-Zonen auch wirklich durchzusetzen, d.h. Temp 30 rigoros zu schützen?
2. Wieso ist die Verkehrssituation in Bonaduz bei beiden Kandidaten kein Thema?

Antworten von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
1. Ich bin ein starker Beführworter von Tempo 30 innerorts und werde dies, wie bereits erwähnt, auch auf der Hauptstrasse sofort einführen.
2. Verkehr ist sehr wohl ein wichtiges Thema. Es ist aber auch sehr komplex.
Die Planung der genauen Projekte sind aktuell in Ausarbeitung. Da diese aber nicht in meinem Departement angesiedelt sind, erlaube ich mir hier, die Antwort Rico Caratsch zu überlassen.

Antworten von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
Anlässlich der Ausschreibung 2021 des Agglomerationsprogramm 4 (Agglo4) des Bundes, hat die Gemeinde Bonaduz 5 Projekte eingereicht. Darunter ist auch das Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) der Hauptstrasse und Versamerstrasse. Das Projekt sieht vor die 30-Zone auf der Versamerstrasse zu erweitern und auf der Hauptstrasse zwischen dem Restaurant Rössli und der Kreuzung Via Crusch neu einzuführen. Ziel ist es den Individualverkehr in Bonaduz zu entschleunigen, den Langsam- und Fussgängerverkehr zu fördern sowie die Schulwegsicherheit zu verbessern. Zum Gesamtkonzept Langsamverkehr gehören neben den beiden Kantonsstrassen auch der Dorfplatz, die Dorfstrasse, die Sculmserstrasse, die mögliche neue Unterführung beim Bahnhof Bonaduz Süd (Agglo4) sowie die überregionale Velo-Pendlerroute (Agglo4). Mit dem Parkierungskonzept wurde ein weiterer Schritt hin zu mehr Ordnung und Sicherheit eingeleitet. Im Departement Sicherheit, Gesundheit und Verkehr hat der Strassenverkehr einen hohen und somit prioritären Stellenwert. Seit meinem Amtsantritt 2018, habe ich die Verkehrsthemen, in dem von mir geführten Departement, als Schwerpunkt bezeichnet. Ich stehe zum Tempo 30-Regime in Bonaduz und sehe diesen als zielführend.

Frage an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium und für den Gemeindevorstand, gestellt von Marc Carisch.

Einleitung:
Meine Idee wäre der Bau eines Tunnels von der alten Post bis zur Unterführung der RHB.

• Die Lärmbelästigung wäre weg.
• Das Problem mit der Unterführung für Personen und Behinderte und mit den Fahrrädern wäre gelöst.
• Die Tiefgarageneinfahrt ist sowieso gegeben.
Frage:
Was halten die Kandidatinnen und Kandidaten von diesem Vorschlag?

Antwort von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
Ich würde die Umfahrung weiter gegen Norden verschieben. Am Bonaduzerstutz beim ehemaligen Munitionsdepot Häuschen den Abzweiger Richtung Westen und bei der Kreuzung Versamer-Sculmserstrasse einen Kreisel erstellen. Somit würde der Durchgangsverkehr auf der Versamerstrasse durch unser Dorf wesentlich entlastet und zu viel mehr Wohnqualität in unserem schönen Dorf führen.
Auf der Hauptstrasse würde ich sofort vom Restaurant Rössli bis zur Unterführung RhB Tempo 30 einführen.

Antwort von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
Natürlich wäre es für die Lebensqualität im Dorf sehr von Vorteil, wenn wir die beiden Kantonsstrassen sowie die Bahnlinie der RhB in naher Zukunft unterirdisch führen könnten. Da die Gemeinde in keinem der Fälle Eigentümerin ist, müssten wir über den Kanton und dem Bund vorstellig werden und entsprechende Anträge stellen. Die von Ihnen beschriebene Variante sehe ich persönlich eher kritisch. Da diese nur bedingt zur Lösung der Gesamtsituation beitragen würde. Ich kann mir derzeit auch nicht vorstellen, wie man die Tunnelportale technisch, in einem verhältnismässigen Rahmen, umsetzen könnte.

Antworten von Martin Gieriet (Kandidat Gemeindevorstand)
Ich denke die Tunnelvision ist momentan nicht umsetzbar. Was sicherlich prüfenswert ist, eine Umfahrung Nord. Unser Dorf ist von zwei Durchgansverkehrsadern durchzogen, man kann ihn nur sehr aufwendig unter die Erde bringen oder mit Massnahmen wie Tempo 30, geänderte Vortrittsregeln oder Strassenbemalungen abbremsen.

Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium und für den Gemeindevorstand, gestellt von Peter Moser.

Einleitung:
Nach Abschluss der Neugestaltung der Einfahrt der Industriestrasse in die Versamerstrasse entstand eine Parzelle direkt am Dorfeingang. Diese gehört der politischen Gemeinde. Sie ist zurzeit mit Kies und drei Felsblöcken versehen. Das ist aus meiner Sicht für eine Eingangsbereich von Bonaduz ästhetisch unwürdig und eine Steinwüste widerspricht dem Ziel, die Biodiversität auch auf Gemeindegebiet zu stärken, wie dies beispielsweise im neu revidierten Baugesetz verlangt wird.
Fragen:
1. Wie beurteilen Sie die heutige Gestaltung dieser Parzelle?
2. Welche Verbesserungsmöglichkeiten erachten Sie als sinnvoll, um diesen Eingangsbereich des Dorfes aufzuwerten?

Antworten von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
1. Peter Moser hat völlig Recht, da hätte etwas schöneres entstehen können.
2. Ich würde die Steinlandschaft entfernen und es im Sinne der Biodiversität neu anpflanzen.

Antworten von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
Die Sanierung der Versamerstrasse und der Via Tuleu (beides Kantonsstrassen) liegt in der Verantwortlichkeit des Kantons, demnach des Tiefbauamts. Die Gesamtarbeiten werden dieses Jahr 2023, mit dem Einbau des Deckbelags auf der Via Tuleu abgeschlossen. Der Knotenbereich Versamerstrasse/Via Tuleu wurde durch den Kanton in Absprache mit den Gemeinde Bonaduz 2022, wie von Ihnen beschrieben erstellt. Derzeit ist die Fläche noch im Besitz des Kantons, da die Landumlegung noch nicht vollzogen wurde. Sobald die neuen Besitzverhältnisse im Grundbuch eingetragen sind, können wir als Gemeinde über eine Neugestaltung entscheiden. Wobei die Gemeinde im Bereich von Kantonsstrassen bzw. Strassenknoten an gesetzliche Vorschriften gebunden ist. Eine entsprechende Neugestaltung müsste in Absprache mit dem Kanton geschehen. Ich gebe Ihnen recht, dass sogenannte «Steinwüsten» für die Biodiversität nicht von Nutzen sind. Gerne nehme ich Ihre Vorschläge zur möglichen, neuen Gestaltung entgegen.

Antworten von Martin Gieriet (Kandidat Gemeindevorstand)
Ich finde Bonaduz hat bis jetzt zu wenig für ein farbiges Dorfbild mit schönen Blumen oder Grünflächen getan, die Steinlandschaft an der Versamerstrasse sollte unbedingt ersetzt werden.

Fragen an die Kandidierenden für das Gemeindepräsidium und für den Gemeindevorstand, gestellt von  Gian Peder Gregori.

Einleitung:
Fragen im Zusammenhang mit einem Aspekt des Gesamtverkehrskonzepts
Verkehrsführung und Verhinderung des Ausweichverkehrs und im Bereich Via Tgivisuri – Via Crest – Quartier Ginellas.
Die Strassensperrung bei der Via Tgivisuri wurde vor 10 Jahren von der Gemeinde als «sozusagen beschlossene» Verkehrsmassnahme bezeichnet (Auskunft bei der Gemeinde im Verlauf vom 2012 beim Kauf einer Wohnung an der Via Ginellas). In einer ersten Version des Verkehrskonzepts wurde die genannte Sperrung als «Absicht» bezeichnet. In der aktuellen Version auf der Homepage der Gemeinde soll die Sperrung geprüft werden (vgl. MIV05 auf Seite 58).
Massnahmen aus der aktuellen Version des GVK
MIV03: Erschliessung Neubaugebiet
• Das Neubaugebiet «Ginellas» wird zusätzlichen Verkehr generieren;
• Der Bahnübergang an der Sculmserstrasse ist heute unbefriedigend. Zusätzlicher motorisierter Individualverkehr über den Bahnübergang soll verhindert werden;
• Das Gebiet «Ginellas» soll über die Via Crusch erschlossen werden (vgl. MIV 05).
MIV05: Verhinderung Ausweichverkehr
Um Ausweichverkehr zu verhindern und den Bahnübergang bei der Sculmserstrasse zu entlasten, soll eine bauliche Strassensperrung bei der Bahnstrasse sowie bei der Via Tgivisuri geprüft werden.
Fragen:
1. Erachten sie die Massnahme MIV05 als sinnvoll und zielführend, um den Ausweichverkehr von Süden nach Westen über das Quartier Ginellas / Via Crest /Via Tgivisuri …. und umgekehrt zu verhindern?
2. Werden Sie sich in Ihrem Amt für die Realisierung dieser Strassensperrung einsetzen? (MIV05)?

Antwort von Rico Caratsch (Kandidat Gemeindepräsident)
Bereits damals, als der Quartierplan Ginellas in Folge der Neueinzonung öffentlich aufgelegt wurde, forderte eine Interessengruppe die Erschliessung des neuen Quartiers über einen neuen Südanschluss. Nachdem die 1. Etappe entlang der Via Crest und der Via Aulta bebaut wurde, forderte eine zweite Interessengruppe die physische Schliessung der Via Tgivisuri. Begründet wurde dies mit dem Durchgangsverkehr bzw. Ausweichverkehr, welcher täglich über die Via Crest läuft. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass die Via Crest keine Sammelstrasse sei und gemäss Quartierplan als Quartierstrasse ausgewiesen wurde.
Im Gesamtverkehrskonzept wurde die Situation mittels Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen beurteilt und wie von Ihnen beschrieben als Massnahme aufgenommen. Der Gemeindevorstand hat folglich beschlossen, die Via Tgivisuri physisch für den Individualverkehr zu sperren. Dies sobald der Südanschluss in Richtung Via Crusch erstellt sei. Im Frühjahr 2023 konnte der Südanschluss nun soweit fertiggestellt und dem Verkehr übergeben werden.
Das Departement Sicherheit, Gesundheit und Verkehr hat im Mai 2023 den verkehrstechnischen Prozess in Bezug auch die neue Verkehrsregelung an der Via Tgivisuri gestartet. Dabei soll nun zusammen mit der Verkehrspolizei des Kantons geprüft werden, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen und wie die neue Verkehrsregelung gestaltet werden kann. In einem nächsten Schritt sollen alle betroffenen Anwohner mittels einer Vernehmlassung eingeladen werden, die geplanten Massnahmen aus ihrer Sicht zu beurteilen. Nach den Sommerferien ist geplant das Geschäft dem Gemeindevorstand vorzulegen. Als nächster Schritt folgt die 30-tägige, öffentliche Publikation im komunalen und kantonalen Amtsblatt. Vorausgesetzt, dass keine Einsprachen eingehen und der Gemeindevorstand dem Antrag zustimmt,  möchte das Departement Sicherheit die neue Verkehrsregelung im Herbst 2023 umsetzen.
An der nächsten Gemeindeversammlung werde ich über dieses Sachgeschäft orientieren.

Antwort von Marcel Bieler (Kandidat Gemeindepräsident)
Aus meiner Sicht sollte dieser Übergang für den motorisierten Verkehr in Zukunft geschlossen werden, das ist für mich klar, nur wenn die neue Buslinie über Bongert fährt, sollte dies nur für den kleinen Bus durch ein Schranken-System offen bleiben.

Antwort von Regina Rothenbühler (Kandidatin Gemeindevorstand)
Nein, ich werde mich nicht für eine bauliche Strassensperrung einsetzen. Grund: eine komplette Strassensperrung wäre ein Nachteil für alle Blaulichtorganisationen. Anstelle einer Stassensperrung würde ich mich  für verkehrsberuhigende Massnahmen einsetzen. Dies z. B. mit Inseln oder Schwellen, damit die Durchfahrt erschwert, aber nicht blockiert wird. 

Antwort von Martin Gieriet (Kandidat Gemeindevortstand)
Die Strasse ist zu sperren. Ich würde jedoch auf bauliche Massnahmen verzichten , sondern nur Verbote anbringen und diese kontrollieren, da unter anderem die neue Buslinie da durch soll. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Einbahnstrassensystem von Nord nach Süd das würde auch die Sculmserstrasse im schmalen Anfangsbereich entlasten.